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Ungelesen 31.03.2009, 17:38   # 92
Karl Slezak
Fachreferat Sicherheit
 
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AW: Zurück vom Check

@ all

Ich hatte ja in meinem letzten Posting von einem "Zwischenbericht" gesprochen.

Inzwischen haben wir sowohl vom Checker als auch von dessen Geschäftsführer eine eidesstattliche Versicherung erhalten, in welcher erklärt wird, dass es sich im vorliegenden Fall um einen Einzelfall handelt. Siehe hierzu auch die Stellungnahme des Betriebes unten.

Unsere Juristen haben uns erklärt, dass hinsichtlich der öffentlichen Nennung des Firmennamens eine sorgfältige Güterabwägung erforderlich ist: Das öffentliche Interesse und Sicherheitsbelange einerseits, mögliche gravierende geschäftliche Konsequenzen für den Betrieb andererseits.
Im vorliegenden Fall würde das öffentliche Interesse/Sicherheitsbelange dann eine Nennung des Firmennamens erfordern, wenn die Vermutung bestehen würde, dass mehr als dieses eine Gerät von einem fehlerhaften Check betroffen wäre. Dies ist aber aufgrund des Sachverhaltes nicht zu vermuten. Zudem handelt es sich bei dem Checkbetrieb um einen seit vielen Jahren auf dem Markt etablierten renommierten Namen, Beanstandungen sind bisher nicht bekannt geworden. Drittens liegen die eidesstattlichen Versicherungen vor. Der von dem fehlerhaften Check betroffene Pilot hat sich nochmal bei mir gemeldet und berichtet, dass der Betrieb umgehend und zu seiner vollsten Zufriedenheit reagiert hat.

In der Abwägung steht demnach einerseits, dass nach Lage der Dinge eine Gefahr für weitere Piloten nicht besteht und andererseits, dass durch die Nennung des Firmennamens erhebliche geschäftliche Nachteile für den Betrieb entstehen könnnten.
Die Angelegenheit wurde heute von drei Anwälten geprüft (zwei von uns, einer vom Checkbetrieb), alle drei Juristen waren sich hier einig.

Grüße

Karl Slezak

Stellungnahme des Betriebes:

Hallo Karl,
ich möchte hiermit noch einmal erklären, wieso du sicher sein kannst, daß dies ein einmaliger Ausrutscher war.
Bei uns läuft jeder Check noch einmal über den Schreibtisch vom verantwortlichen Technischen Leiter oder von mir. Da wird kurz durchgegangen, was an dem Check alles gemacht worden ist. Es war hier das erste Mal bei diesem Servicetechniker, daß ein Schirm rausgegangen ist, bevor die Unterlagen über unseren Schreibtisch gelaufen sind, weil wir zu dieser Zeit auf Geschäftsreise waren. Weiters war es ein Zufall, daß ausgerechnet hier eine komplette Trimmung vorgenommen werden mußte und auch noch die Leinenloops zu klein waren, um die Leine im Leinenschloß zu schlaufen. Daß ausgerechnet bei diesem Check der Servicetechniker ohne Rückfrage diese Trimmänderung in dieser Weise vorgenommen hat, ist natürlich unentschuldbar.
Du kannst dir sicher sein, daß spätestens bei unserer Rückkehr (eher wahrscheinlich schon beim nächsten Telefonat) dieser Check - wie sonst auch üblich - nocheinmal zur Sprache gekommen wäre und wir dann selbstverständlich den Schirm sofort zurückgerufen hätten. Hier war der Kunde mit seiner Veröffentlichung (die natürlich berechtigt war) im Forum schneller.
Ich bitte dich von einer Veröffentlichung unseres Names abzusehen, da trotz einer plausiblen Erklärung – welche natürlich keine Entschuldigung dafür sein kann – immer ein sehr negativer Beigeschmack und damit auch ein finanzieller Schaden auf längere Zeit nicht zu verhindern ist. Wir sind seit langer Zeit ein - meiner Ansicht nach - sehr zuverlässiger Checkbetrieb, verzichten schon immer auf Dumpingpreise und „Schnellchecks“, Qualitätssicherung hatte immer oberste Priorität. Dies war in dieser Zeit der erste „grobe Schnitzer“, der schlimmere Folgen hätte haben können. Dies ist uns sehr wohl bewußt und wir werden unser Qualitätsmanagment dahingehend sofort verschärfen.
Ich denke auch, daß dies nicht zu vergleichen ist mit einem Fehler in einer ganzen Produktion, bei dem es wesentlich aufwändiger und schwieriger ist, wirklich alle Betroffenen zu informieren. Aber in diesem Einzelfall ist der Betroffene bereits „informiert“ und weitere Fälle gibt es in diesem Zusammenhang sicher nicht. Dies können wir, oder auch der Servicetechniker gerne in einer eidesstattlichen Erklärung bestätigen. Es wäre somit keinem gedient – außer der Befriedigung der Neugier – und hätte auch sicherheitstechnisch keine Vorteile, wenn unser Name veröffentlicht wird.
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