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Das Märchen zur IPPI-Card bricht endgültig zusammen

2012-03-19

Der ÖAeC hat für die rechtlich völlig wertlose IPPI-Card ein Antragsformular aufgelegt, mit dem beim ÖAeC-FAA als Behörde(!), mit Sitz in der Blattgasse in Wien um die Ausstellung einer IPPI-Card angesucht werden muss.

Da die Ausstellung einer IPPI-Card aber nicht zu den behördlichen Aufgaben des ÖAeC gehört, habe ich am 13. Jänner einen solchen Antrag nicht an den ÖAeC-FAA, sondern an den ÖAeC als Verein in der Prinz Eugen Straße gerichtet.

Dieser Antrag wurde mit diesem Schreiben abgelehnt. In diesem Schreiben wird auch gesagt, dass es sich bei der IPPI-Card nur um eine "Bestätigung national erworbener Fähigkeiten in einem internationalen Standard" handelt. Diese Bestätigung "gilt" nur, wenn man die nationale Lizenz ebenfalls gleichzeitig vorweisen kann.

Mit der Ablehnung hat man sich um die Beantwortung dieser mit meinem Antrag gestellten peinlichen Frage gedrückt:

Zu beiliegendem Antrag auf Ausstellung einer IPPI-Card ersuche ich um Auskunft, in welchen Ländern weltweit meine Lizenz mit dieser IPPI-Card offizielle Gültigkeit besitzt.
Keine Antwort ist auch eine Antwort!

Der ÖAeC hat offensichtlich aus meinem Antrag aber gelernt und die völlig wertlose IPPI-Card wird nun nicht mehr auf einen Antrag an die Behörde ÖAeC, sondern an den ÖAeC als Verein ausgestellt.

Der dazu neue Antrag ist seit 12. Februar im Netz.

In diesem neuen Antrag wird die IPPI-Card auch nicht mehr als "Anerkennungsschein", sondern nur mehr als "Bestätigung" bezeichnet, weil sie, wie von mir schon immer klargestellt, keine Anerkennung einer nationalen Lizenz im Ausland bewirken kann. Die im Formular angedeutete Ausstellung durch die FAI oder CIVL ist rechtlich völlig wertlos. Eine rechtsgültige Anerkennung unserer nationalen Lizenzen im Ausland kann nur durch in diesen Ländern erlassene Gesetze oder Verordnungen erreicht werden.

Das hindert viele Lobbyisten nicht daran, weiter ungeniert die Falschbehauptung zu verbreiten, die IPPI-Card verleihe unseren Lizenzen "offizielle Gültigkeit". Hier, als nur ein Beispiel von vielen, die Fortsetzung der IPPI-Card-Mär durch Sepp Himberger auf seiner Selbstlobseite www.flugschulen.at. Ob das die österreichischen Flugschulen freuen wird, wenn da quasi "unter ihrem Namen" Unwahrheiten verbreitet werden?

Sogar der DHV hat die von ihm über viele Jahre propagierte Unwahrheit, es handelt sich bei der IPPI-Card um eine Internationale Pilotenlizenz ein wenig revidiert. Die vom DHV jetzt aufgestellte Behauptung, die IPPI-Card wäre ein Internationaler Befähigungsnachweis, ist natürlich ebenfalls weit überzogen. Die IPPI-Card ist nicht mehr als eine von einem privaten Verein ausgestellte Bestätigung, dass man eine bestimmte Lizenz besitzt. Nicht mehr, als würde der ADAC eine Bestätigung ausstellen, dass man einen Führerschein besitzt.

Die Anerkennung ausländischer Lizenzen in Österreich kann deshalb ebenfalls nur per Gesetz oder Verordnung und nicht mit einer rechtlich wertlosen IPPI-Card erfolgen.

Die letzten verzweifelten Versuche des DHV, der IPPI-Card irgend einen Sinn zu geben, gipfeln darin, dass sie als Übersetzung der nationalen Lizenz hilfreich sein soll:

Ob (und in welcher Kombi mit der IPPI-Card) ein deutscher Flugschein im Ausland anerkannt wird, das entscheidet [...] das betreffende Land [...] Ein deutscher Luftfahrerschein (und eine IPPI-Card als "Übersetzung"), eine Versicherungsbestätigung und Kommunikation vor Ort haben dabei für mich in 25 Jahren Gleitschirmfliegen immer ausgereicht, um ohne Probleme fliegen zu können. [Quelle]

Wenn die Verbände DHV, ÖAeC und andere, ihre von ihnen ausgestellten nationalen Lizenzen in der Form ausstellen würden, wie es z. B. bei KFZ-Führerscheinen in vielen Ländern schon längst der Fall ist, wäre sogar dieser Ansatz überflüssig. So ist auf dem Führerschein der Republik Österreich auf der Vorderseite in 21 Sprachen angeführt, dass es sich um einen Führerschein handelt. Auf der Rückseite ist in einfachen, für jedermann verständlichen Symbolen dargestellt, für welche Klassen der ausgestellte Schein gültig ist. Das ließe sich auch auf den Pilotenlizenzen ähnlich gestalten. Nur müssten dann sämtliche Verbände auf die Einnahmen aus dem Verkauf der sinnlosen IPPI-Card verzichten.

Abschließend ist noch zu sagen, dass der ÖAeC mit dem behördlichen Ansuchen zur Ausstellung einer IPPI-Card wieder sein wahres Gesicht zur von ihm behaupteten Entbürokratisierung gezeigt hat.

Die über die Eigenschaften der IPPI-Card getäuschten Piloten haben den Verbänden über Jahre mehrere hunderttausend Euro für eine rechtlich wertlose IPPI-Card bezahlt.

Wenn jemand durch eine Täuschungshandlung beim Getäuschten einen Irrtum erregt, der diesen zu einer Vermögensverschiebung veranlasst, nennt man das Betrug. Wo ist da die Aufsicht durch die zuständige Ministerin, Frau Doris Bures?

W.K.