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Missglückte Mitgliederwerbung des ÖAeC

2011-03-09

Wie hier im FFM schon berichtet, leidet die Sektion HG/PG unter Mitgliederschwund. Mit insgesamt 2255 Mitgliedern hat die Sektion den geringsten Mitgliederstand seit 1996 erreicht.

Bundessektionsleiter Herbert Siess hat in jüngster Vergangenheit deshalb ein Schreiben an die Flugschulen gerichtet, um die Flugschulen um Unterstützung bei der Mitgliederwerbung zu ersuchen.

Einige der Behauptungen, mit denen man hier Mitglieder werben möchte verdienen es, den Tatsachen gegenüber gestellt zu werden.

Herbert Siess schreibt, Zitat:
Der Österreichische Aero-Club ist die einzige Interessenvertretung, der einzige Lobbyist für unseren Flugsport. Ohne seine intensiven Bemühungen wäre es wahrscheinlich mit der Fliegerei in vielen Fluggebieten bereits vorbei.

Hier handelt es sich um die Lebenslüge wie sie auch vom DHV gerne verwendet wird. Fakt ist vielmehr, dass es eher an ein Wunder grenzt, dass wir trotz Aeroclub noch fliegen können. Würden nämlich alle Rechtsnormen, die unter Mitwirkung und Verantwortung des Aeroclub in Kraft gesetzt worden sind, auch tatsächlich vollzogen, könnte seit Beginn der HG/PG-Fliegerei kein HG/PG tatsächlich fliegen und kein einziger Bewerb mit ausländischer Beteiligung abgehalten werden. Auch heute nicht!

Beispiele:
Weiters schreibt Siess, Zitat:
Immer professioneller rüsten sich andere Interessengruppen - wie beispielsweise die Jagd - gegen unseren Flugsport.

Hier wird ein nicht existentes Feindbild verwendet um inneren Zusammenhalt zu erzeugen. Eine altbekannte aber durchsichtige Methode. In Wahrheit geht von den Jägern nicht die geringste Gefahr aus. Hier gar von "professioneller Rüstung" gegen unseren Flugsport zu reden ist grotesk! Im Gegenteil, man kann sich in Fluggebieten sehr gut mit den Interessen der Jagd arrangieren. Wie das auch Beispiel des von meinem Verein betreuten Flugberges zeigt, kommt man auch mit Jagdbesitzern sehr gut zu einer Einigung.

Dann schreibt Siess noch, Zitat:
Sie haben damit ja auch viele andere Vorteile. Konkret zu nennen sind die gratis inkludierte Unfallversicherung und die vergünstigte Bergekostenversicherung.

Die Unfallversicherung ist nicht gratis, sondern ist im Beitrag einkalkuliert und der Aeroclub bekommt dafür sicher Provisionen. Die Bergekostenversicherung ist fast 50% teurer als ein anderes Angebot und bietet nur 30% an Versicherungssumme. Das FFM berichtete hier.

Besonders interessant ist diese Aussage von Siess, Zitat:
Der Aero-Club hat auch viele Behördenaufgaben übernommen und konnte so zu einer deutlichen Entbürokratisierung beitragen.

Hier ist Siess nicht in der Lage, auch nur ein konkretes Beispiel dieser "deutlichen Entbürokratisierung" zu nennen. Genau betrachtet gab es nie so viele Sinnlosformulare wie seit der ZLLV 2010. Herausragendes Beispiel ist die "Bestätigung des Herstellers der Lufttüchtigkeit" - ja die heißt wirklich so, Details dazu hier. Zusätzlich wurde wieder die Pflicht zur Führung eines Flugbuches für Motorlose eingeführt, obwohl die schon abgeschafft war.

Zum Schluss noch ein Zitat von Siess:
Bei Verhandlungen mit der ACG über die Lufträume braucht es professionelles Auftreten.

Das professionelle Auftreten hat sich ja bei der Transpondergeschichte deutlich gezeigt. Heute brauchen motorisierte im Luftraum E einen Transponder, auch wenn diese Tatsache geleugnet wird. (Diese wurde inzwischen mit den LVR 2010 aufgehoben, weil die lächerliche Argumetation des Dr. Schmauzter, HG/PG wären leichter als Luft, natürlich nicht halten konnte. Das FFM berichtete hier.)

Siess bittet um Kritik und Anregungen und Feedback. Hier die Anregung vom FFM: Etwas mehr Wahrheitsliebe würde schon reichen.

Und eventuell könnte man die umworbenen künftigen Aeroclub-Mitglieder gleich darüber informieren, wofür ihre Mitgliedsbeiträge verwendet werden.

Update 2012-02-29

Der ÖAeC leidet seit 16 Jahren im Bereich HG/PG an Mitgliederschwund und versucht, die Flugschulen verstärkt zur Mitgliederwerbung zu bewegen.
(Quelle)

Zusätzlich wurde im vergangenen Jahr versucht, neue Mitglieder mit einem Gratisabo der Zeitschrift Skyout zu ködern.

Wie die jüngste Mitgliederstatistik 2011 aber zeigt, ist auch im vergangenen Jahr die Mitgliederzahl im Bereich HG/PG neuerlich gesunken und mit 2201 Mitgliedern auf dem tiefsten Stand seit 15 Jahren angelangt, obwohl jährlich ca. 800 neue Lizenzen im Bereich HG/PG ausgestellt werden.

Der überwiegende Teil der Piloten sieht offensichtlich und verständlicher Weise durch den ÖAeC seine Interessen nicht vertreten. Durch "Geschenke", wie der Verteilung von Gratisabonnements, kann man keine mündigen Mitglieder werben. Besonders nicht durch die inhaltsleere Selbstdarstellung des ÖAeC in der durch großzügige Geldflüsse gleichgeschalteten Zeitschrift.

W.K.

Toplinks

Einblick ins Verwaltungschaos

Details zur ZLLV 2010

Die Arbeitsweise von ÖAeC und Ministerium
wird laufend ergänzt

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Alles über die unsinnige IPPI-Card

Zum Flugverbot für Ausländer in Österreich und zur Ungültigkeit unserer Lizenzen im Ausland
Zusammenfassung