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2011-11-10

Plädoyer für den Schutz einer gefährdeten Spezies: Die Drachenflieger

Nachdem Siegfried, der Sage nach, ziemlich erfolgreich den letzten Drachen ausgerottet hatte, konnte sich in den achtziger und neunziger Jahren unserer Zeit diese Spezies einer zweiten Blütezeit erfreuen, bevor sie von tüten-ähnlichen Wesen fast gänzlich aus der Evolution verdrängt wurde.

Die Drachen-Koryphäe, Corinna Schwiegershausen, fand unlängst im Fliegerkäsblatt des Verbandes auch prompt den Schuldigen dafür: die zu hohen Kosten. Zwar zielte die Frage eigentlich auf den fehlenden weiblichen Nachwuchs, aber Corinnas Scharfsinn traf den Kern des Problems: Tütenfliegen, locker, leicht, schnell, billig; Drachenfliegen, mühsam, schwer, langatmig, teuer!

Nun, da die Ausrüstung kaum gemeint sein kann, da es in Hülle und Fülle sehr gute und kostengünstige gebrauchte Hängegleiter für den Nachwuchs gibt, wird sie wohl an die Schulung gedacht haben.

Und das stimmt!

Genauso wie der DHV sich seit 25 Jahren weigert, die lockout-gefährdeten Winden mit einem winzigen und günstigen lebensrettenden Modul auszustatten, findet sich der Verband wunderbar zurecht mit dem langsamen Dahinsiechen des Drachenfluges und hält seit 40 Jahren eine Ausbildung aufrecht, die nicht zeitgemäß ist und Lehrer wie Schüler entmutigt.

Dabei gibt es, oder vielmehr gab es, ein kleines Dorf im benachbarten Gallien … Sie wissen schon! Das Dorf hieß Laragne, die Schule „Centre Otto Lilienthal“ und der Oberdruide Jean-Pierre Manucci. Sein Schulungskonzept ist effektiv, schnell und kostengünstig. Aber die DHV-Funktionäre sind leider mehr mit der bröckelnden Geheimhaltung ihrer Ministergehälter beschäftigt als mit ihrer eigentlichen Aufgabe, die Förderung und die Sicherheit u.a. der HG-Fliegerei.

Weiter unter wird für die Interessierten das Konzept Manuccis dargestellt. Jammerschade, dass sich der beauftragte, aber inkompetente Verband nicht dafür interessiert.

Ende der achtziger Jahre betrieb Jean-Pierre Manucci in Laragne seine Lilienthal-Drachenflugschule mit einem ganz neuen und überzeugenden Konzept. Ich besuchte ihn im Auftrag des damaligen „Dramas“, um einen Artikel über ihn und sein Konzept zu schreiben.

Das Konzept von Manucci besteht in einer Schulung, bei der jeder Flugschüler das eigentliche Steuern und Fliegen durch Gewichtsverlagerung im UL-Flug erlernt. Die Effektivität ist hoch, da der Schüler von Anfang an mühelos lange in der Luft bleibt und somit im Gegensatz zu jeder anderen Schulung viel Zeit hat, die neuen Eindrücke zu verarbeiten und die Motorik der Steuerung zu verstehen und umzusetzen. Die Umstellung der Sitz- auf die Liegeposition vollzieht sich intuitiv und ohne die bekannten Hangschulungsprobleme des Überganges von der stehenden in die liegende Position.

Der UL-Flug erfordert im Gegensatz zur F-Schlepp-Tandemschulung keine 2 Piloten, und ist wesentlich weniger abhängig von der herrschenden Aerologie als jedes UL/Drachen-Gespann oder gar jeder Schulungshang es sind. Denn am herkömmlichen Schulungshang muss die Aerologie so viele Kriterien erfüllen, dass letztlich nur an wenigen Tagen effektiv oder überhaupt geschult werden kann. Die Schlepperei des Drachens zermürbt im Übrigen auch die besten Sportler unter den angehenden Piloten und erhöht nebenbei durch Müdigkeit die Verletzungsgefahr.

Was die UL-Schulung allerdings genauso wenig wie der F-Schlepp leisten kann, ist das Erlernen von Starts und Landungen. Dafür setzte Manucci das bis zum Boden verlaufende Dach seines UL-Unterstellplatzes ein. Dieses Dach mit optimiertem Neigungswinkel und einer Plattform an dessen Spitze ermöglichte Starts bei ausreichenden 3 Windrichtungen. Die geringe Dachhöhe sowie die Möglichkeit, die Startrichtung ggf. unmittelbar zu ändern, erlaubten eine wesentlich höhere Anzahl von Starts und Landungen als es jeder Schulungshang vermag. Der Flugstress des Flugschülers nach dem Abheben ist dabei gering bzw. gar nicht vorhanden, da er ja durch seine UL-Flugerfahrung keinen Höhenstress mehr verspürt, sodass er sich auf die eigentliche Motorik der Starts und Landungen effektiv konzentrieren kann.

Natürlich taugt auch jeder Buckel oder Halde von 10-15 Metern dazu, die sonst für eine Drachenschulung deshalb ungeeignet wären, weil der Pilot dabei kaum den Boden verlässt. Was er jedoch neben der UL-Schulung erlernen soll, ist nur noch die Start- und Landetechnik und dazu reicht es völlig aus, wenn er nur kurz abhebt.

Nach einem tödlichen UL-Unfall aufgrund eines UL-Wartungsproblems hat Manucci nach einigen Jahren seine Schule leider geschlossen. Sein Konzept wurde seitdem nicht wieder aufgegriffen, vielleicht unter anderem deshalb, weil ein Startkapital zur Umsetzung und Anschaffung eines UL’s vorhanden sein muss. Manucci musste sich mit einem Darlehen verschulden.

Die Tragfähigkeit dieses Konzept hat Manucci nachgewiesen: Es löst effektiv die meisten Probleme der Drachenschulung sowohl bei den Lehrern als bei den Schülern.

Am langsamen Siechen der Drachenfliegerei ist der DHV klar mitschuldig, denn die Hindernisse bei den heutigen Schulungsmethoden sind überwindbar und dem Verband auch bekannt. Und wer außer dem Verband sollte eine solche Initiative einleiten, bzw. fördern? Weshalb der DHV weder die Mittel noch Interesse für dieses Konzept hat, wurde weiter oben dargelegt. Stattdessen muss das LBA intervenieren, um den DHV zu zwingen
  • bestandene Lizenzen auszustellen,
  • Fluglehrer abzumahnen, die elementare Sicherheitsvorschriften verletzen und sich noch dessen rühmen,
  • eine Erklärung abzugeben, weshalb die ganze übrige Welt Tandem mit sicheren Sollbruchstellen von mindestens 250 kp schleppt, während in Deutschland das DHV-Schleppbüro ohne gesetzliche Grundlage deutsche Tandempiloten zwingt, mit dramatisch schwachen 100 kp zu schleppen und bei Riss einen Überschlag zu riskieren,
  • eine Erklärung abzugeben, weshalb jedes Jahr mehrere Windenschlepp-Piloten wegen Lockout sterben müssen, nur weil sich das Schleppbüro weigert, das lebensrettende Modul „programmierbare Anfahrrampe“ vorzuschreiben (siehe Artikel im Freiflieger-Magazin).
Gérard Cohen

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