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Piloten müssen bei Flügen im Ausland mit existenzbedrohenden Regressforderungen ihres Versicherers rechnen. Das ergibt sich aus dem unter "Lizenz nicht weltweit gültig" dargestellten Fakten.

Die durch nichts mehr entschuldbare falsche Informationspolitik des DHV setzt mit bewusster Irreführung der deutschen Piloten über die Rechtswirkung der IPPI-Card einen neuen Höhepunkt.

Lies dazu die "einführenden Erläuterungen" im Thema
Lizenz nicht weltweit gültig.

Im DHV-Forum geben zur IPPI-Card nicht nur Hannes Weininger und Karl Slezak, sondern auch Björn Klaassen eine Reihe falscher Auskünfte.

Der oben erwähnte Beitrag von Björn Klaassen strotzt vor Falschinformationen, bearbeitet wird hier aber nur die Falschauskunft zur IPPI-Card.

Es gibt kein internationales und auch kein bilaterales Abkommen (ausgenommen zwischen D und A, das aber rechtlich ungültig ist), das einer nationalen deutschen oder österreichischen Lizenz für Hänge- und Paragleiter durch den Besitz der IPPI-Card in einem anderen als dem Ausstellerland zur Gültigkeit dieser Lizenz verhelfen könnte.

Dieses Abkommen gibt es auch deshalb nicht, weil die IPPI-Card keinen rechtlich relevanten Status besitzt.

Die IPPI-Card ist nur ein von einem nationalen Verband im Namen der FAI ausgestelltes Papier ohne Rechtswirkung, das in Verbindung mit der jeweils nationalen Lizenz nur bestätigt, dass man eine bestimmte nationale Lizenz besitzt.

Die hier in Michael Stübings "gleitschirm-faq" behandelte Frage, ob eine IPPI-CARD in diversen Ländern anerkannt wird, trifft auch nicht den Kern der Sache, weil die "Anerkennung" eines rechtlich bedeutungslosen Papiers durch nationale Verbände natürlich keinen Rechtsstatus haben kann, der eine nationale Lizenz in einem anderen Staat als dem Ausstellerstaat zu Rechtsgültigkeit verhelfen könnte.

Auch die Seite der FAI > austria beantwortet nur die Frage, ob in Österreich die IPPI-Card vom österreichischen Verband "accepted", also anerkannt ist. Die Anerkennung der IPPI-Card hat aber aus oben genannten Gründen keinen rechtlichen Einfluss auf die Gültigkeit (oder Ungültigkeit) einer Lizenz.

Hier ist eine lange Diskussion mit einem DHV-Forumsuser zu lesen, in der Karl Slezak fälschlich immer wieder hartnäckig behauptet, die IPPI-Card wäre gesetzlich abgesichert und würde deutschen Lizenzen auch im übrigen Ausland zur Gültigkeit verhelfen.

Zusätzlich hat Karl Slezak am 2007-02-28 ein Rundschreiben an sämtliche Vereine in Deutschland gesandt, in dem er neuerlich und völlig unrichtig die Notwendigkeit der IPPI-Card im Ausland und sogar die Gefahr von Geldbußen für Piloten ohne IPPI-Card behauptet.

Zitat aus diesem Rundschreiben, Karl Slezak:
...[es] werden [durch Autoren des Freiflieger-Magazin] gezielte Falschinformationen hinsichtlich der Notwendigkeit der IPPI-Card im Ausland verbreitet. Obwohl in Deutschland, Italien und in der Schweiz klare gesetzliche Grundlagen bestehen, wird die Notwendigkeit der IPPI-Card für Gastpiloten bestritten und diese als bloße Geldmacherei der Verbände dargestellt. Piloten, die solchen unwahren Behauptungen aufsitzen, können mit Geldbuße bestraft werden.

Karl Slezak nennt diese "klaren gesetzlichen Grundlagen" nicht und er kann sie auch nicht nennen, weil es sie einfach nicht gibt. Um diese falsche Behauptung zu unterstreichen, dass Gastpiloten in Deutschland, der Schweiz und Italien eine IPPI-Card benötigen legt er der E-Mail zwei "Dokumente" bei.

Für Italien
Bei diesem Dokument handelt es sich nur um ein Schreiben des italienischen Verbandes, dem keine Rechtskraft zukommt. Es ist lediglich eine "Auskunft" die noch dazu falsch ist.

Für Deutschland
Grundlage für Deutschland und Österreich sind aber die hier wiedergegebenen Erklärungen der zuständigen Ministerien und nach diesem Dokument ist keine zusätzliche IPPI-Card für Piloten aus und in diesen Ländern erforderlich, die IPPI-Card wird nicht einmal erwähnt.

Die von Slezak selbst vorgelegten Dokumente belegen, dass Karl Slezak und der DHV die gesamte Fliegergemeinde zum wiederholten Mal falsch informiert.

Das Erfordernis der IPPI-Card wird nur für ausländische Piloten in Deutschland in dem von Karl Slezak vorgelegten Dokument angesprochen, nicht jedoch für deutsche Piloten im Ausland!

Dass diese "Erklärungen" die Gültigkeit der nationalen Erlaubnisse oder Lizenzen im Ausland nicht bewirken können wird unter "Lizenz nicht weltweit gültig" ausführlich besprochen.

Wie aus dem Vorstehenden ersichtlich, behauptet der DHV mit Vehemenz und das seit Jahren völlig unrichtig, dass die IPPI-Card rechtlich abgesichert und notwendig wäre und unseren (vor allem deutschen) Lizenzen im Ausland rechtliche Anerkennung verschaffen würde.

Als Amtsträger der Luftsportgeräteverwaltung müsste der DHV die Gültigkeitsgrenzen der von ihm selbst ausgestellten Lizenzen und der IPPI-Card kennen.

Nach neuesten Nachforschungen sind uns Tatsachen bekannt gewordern, dass der DHV längst selbst weiß, dass die IPPI-Card im Ausland KEINE RECHTSGRUNDLAGE hat, dass unsere Lizenzen samt IPPI-Card im Ausland nicht gültig sind und Piloten somit oft "illegal" und daher ohne Versicherungsschutz unterwegs sein können. Trotzdem verbreitet der DHV weiterhin und wissentlich diese Unwahrheit und setzt die Piloten unter Umständen existenzbedrohenden Regressforderungen aus. Details dazu sind unter "Lizenz nicht weltweit gültig" zu lesen.

Das ergibt sich aus einer mir zugegangenen Email, die ich hier in den wesentlichen Auszügen wiedergebe:

Der Schreiber bezieht sich auf meinen Artikel zum Thema IPPI-Card in den Flash-News auf Seite 5.

Hier die Email des namentlich bekannten Verfassers:
Ich habe dieses Mal das Thema IPPI Card aufmerksam gelesen. Hierzu kann ich dir einige Informationen aus erster Hand geben, was es mit dieser Sache auf sich hat. Ich bin seit längerem mit dem DHV in Kontakt, weil wir das Problem der IPPI Card schon seit längerem erkannt haben.

Nur ist es natürlich auch verständlich, daß kein Verband weder in D, A, CH, I oder sonstwo seinen Mitgliedern sagen kann, sie dürfen im Ausland nicht fliegen. Das wäre ja irgendwie mist, oder?

Leider haben weder die nationalen Verbände noch die FAI die politische Kraft eine Gesetzesänderung im Sinne der Piloten zu erwirken. Der Flugsport ist eine Randgruppe, die zuweilen den betuchteren und somit vermeintlich mächtigeren Pilotengruppen eh ein Dorn im Auge ist. Somit haben sich die nationalen Verbände dahingehend geeinigt, daß die IPPI Card, welche ja vom internationalen Verband "ausgestellt" ist, eine gewisse Rechtsgültigkeit hat. Ich finde das eine sehr elegante Lösung, auch wenn sie nicht gesetzlich ist. [man beachte den letzten Halbsatz]
Da ich den gesamten italienischen Gesetestext für den DHV übersetzt habe, kann ich dir mal einen Auszug aus der relevanten Passage schicken:

[...die italienischen Gesetze]

Von einer IPPI Card ist in keinem der mir bekannten relevanten Gesetzestexte die Rede.

Der DHV hat sich zusammen mit mir bereits bei einem italienischen Rechtsanwalt in dieser Sache beraten. Allerdings ist es eine sehr verzwickte Angelegenheit und bisher ist man keinen Schritt weitergekommen.

Ich habe im vergangenen Frühjahr mit dem neuen Präsidenten der FIVL über dieses Thema gesprochen und ihn gebeten, mit Nachdruck an dieser Sache zu arbeiten.

Es als "sehr elegante Lösung" zu bezeichnen, wenn tausende Piloten hinters Licht geführt werden, lässt interessante Rückschlüsse auf den Schreiber zu.

Das heißt, auch der DHV weiß seit längerer Zeit, dass die IPPI-Card eigentlich ohne Rechtsgrundlage und somit für uns Piloten völlig sinnlos und überflüssig ist!
Trotzdem redet der DHV den Piloten die IPPI-Card ein und verkauft sie auch nach wie vor.
In dieser von der DHV-Verbandsseite entnommenen "Information" bezeichnet der DHV die IPPI-Card sogar als "Internationale Pilotenlizenz"(!).

Auch frischgebackenen und noch ahnungslosen A-Schein Besitzern wird die IPPI-Card verkauft.

Der DHV nimmt damit wissentlich in Kauf, dass Piloten durch diese wissentlich von ihm selbst verbreitete Falschinformation Regressforderungen der Versicherer ausgesetzt werden können.

Für die somit sinnlose Anschaffung der IPPI-Card kassiert der DHV Geld, obwohl er - wie aus obiger Email hervorgeht - selbst weiß, dass die IPPI-Card keine Rechtsgrundlage hat und den von ihm ausgestellten Lizenzen nicht zu rechtsgültiger Anerkennung in anderen Ländern verhelfen kann.

Wenn jemand durch eine Täuschungshandlung beim Getäuschten einen Irrtum erregt, der diesen zu einer Vermögensverschiebung veranlasst, nennt man das Betrug.

Darüber sollten Karl Slezak, Björn Klaassen, der gesamte DHV-Vorstand und alle die zur Verbreitung des Irrtums beigetragen haben intensiv nachdenken.

Besonders Absatz 3 Ziffer 2 und Ziffer 4 des § 263 sollte von den Herren aufmerksam gelesen werden.

Wie an anderer Stelle schon beschrieben, behauptet der DHV auf auf seinen Seiten (unter B-Lizenz), dass die von ihm ausgestellte Lizenz in Verbindung mit der IPPI-Card weltweit gültig wäre, ohne dafür eine Rechtsgrundlage zu nennen.
Die auf obiger DHV-Seite aufgestellte Behauptung, dass die IPPI-Card gar eine "internationale Pilotenlizenz" wäre spiegelt die Unverfrorenheit der DHV Meinungsmacher, mag aber zur Erhöhung der Einnahmen durch den Verkauf der IPPI-Card an die getäuschten Piloten beitragen.

Jeder Geschäftsmann der seine Kunden derart über den Tisch zieht und abzockt müsste wegen Betrug zur Verantwortung gezogen werden.


REAKTIONEN

Am 6. März 2008 hat der DHV teilweise Einsicht gezeigt und behauptet nicht mehr, dass die IPPI-Card eine "Internationale Pilotenlizenz" wäre. Dass die IPPI-Card den Lizenzen in anderen Ländern zur rechtlichen Gültigkeit verhelfen kann, wird ebenfalls nicht mehr behauptet.

Der DHV formuliert auf seinen Seiten jetzt nur mehr sehr vorsichtig, dass der Luftfahrerschein in Verbindung mit der IPPI-Card das Fliegen in den meisten Ländern "ermöglicht" und weist sicherheitshalber zusätzlich auf die Beachtung der im jeweiligen Land geltenden "luftrechtlichen Bestimmungen" hin.
Falsch und irreführend ist der Satz:"Über die Gültigkeit der IPPI-Card in den einzelnen Ländern gibt es auf der Website der FAI hier Informationen."
Das deshalb, weil die IPPI-Card nicht von den "Ländern" als gültig anerkannt ist, sondern nur von den jeweiligen nationalen Flugverbänden, was rechtlich irrelevant ist.

UPDATE 2009-11-16
Seit 2009-11-12 informiert der Österr. Aeroclub auf seiner Webseite ähnlich irreführend wie der DHV und verweist nach Anfragen zur IPPI-Card auf die Webseite der FAI.

Gleichzeitig bietet er zum download einen Antrag zum Erwerb der IPPI-Card an. Eine gute Geschäftsidee?

W.K.
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